Nvidias wachsende Schulden und KI-Finanzierungsnetzwerke machen Anleger vorsichtiger

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Warum Nvidias Kreditrisiko stärker beachtet wird

Anleger achten stärker auf Nvidias Kreditprofil, weil der Chiphersteller beim Aufbau der weltweiten KI-Infrastruktur zunehmend auch als Finanzierer auftritt. Das Warnsignal kommt vom CDS-Markt: Die Kosten für den Schutz gegen einen möglichen Zahlungsausfall steigen deutlich, obwohl Nvidia weiterhin zu den wertvollsten und wachstumsstärksten Technologiekonzernen zählt.

Laut The Telegraph haben sich Nvidias CDS innerhalb von rund zwei Monaten mehr als verdoppelt: von etwa 42 Basispunkten Mitte Juni auf 85 am Freitag. Das ist ein Rekord und zeigt, dass Teile des Marktes die finanziellen Verflechtungen rund um den KI-Rechenzentrumsboom stärker als Risiko bewerten.

Rekord-Anleihe und eine deutlich größere Finanzierungsrolle

Nvidia nahm im Juni 25 Milliarden Dollar über Anleihen auf – die größte Bond-Finanzierung der Firmengeschichte. Parallel entwickelt sich das Unternehmen vom reinen Lieferanten von GPUs und Rechenhardware zu einem wichtigen Teilnehmer an Finanzierungsstrukturen, mit denen Kunden und Partner riesige KI-Anlagen bauen.

Jensen Huang kündigte diesen Monat KI-Finanzierungsvereinbarungen über 500 Milliarden Dollar mit sechs Wall-Street-Gruppen an. Spezielle Finanzierungsvehikel sollen große Rechenzentren unterstützen. Nvidia bestätigte außerdem bis zu 105 Milliarden Dollar Kreditunterstützung für ein großes US-Rechenzentrum von OpenAI und einen 500-Milliarden-Dollar-Deal mit Bezug zu SK Hynix.

Sorge vor zirkulärer Finanzierung und Kettenverlusten

Die Sorge gilt nicht nur Nvidias eigener Verschuldung. Anleger prüfen, wie Garantien, Beteiligungen, Hardwarekäufe und Finanzierungszusagen Nvidia mit KI-Unternehmen verbinden, die dauerhaft auf Kapital angewiesen sind. Benedict Keim von Altana Wealth sieht durch die Größenordnung der Garantien wachsende Risiken für künftigen Cashflow und Bonität.

Damit rückt auch die Debatte über zirkuläre Finanzierung wieder in den Vordergrund. Michael Burry, bekannt aus The Big Short, bezeichnete einige Nvidia-Schuldenkonstruktionen als „unnatürlich“ und als Form zirkulärer Finanzierung. Sind Lieferanten, Kunden, Investoren und Kreditgeber eng finanziell verbunden, können Probleme eines Beteiligten leichter auf das gesamte Ökosystem übergreifen.

Starke Umsatzprognosen beruhigen den Kreditmarkt nicht

Keim warnt vor Kettenverlusten und einem höheren künftigen Systemrisiko. Die Sorge betrifft nicht nur Nvidia: Auch die Kosten für Kreditausfallschutz bei Oracle und Broadcom erreichten Rekorde. Der Kreditmarkt bewertet damit offenbar den gesamten KI-Investitionszyklus neu.

Bemerkenswert ist die Vorsicht, weil Nvidias operative Aussichten weiterhin extrem stark sind. Wall Street erwartet für das nächste Quartal nahezu eine Verdoppelung des Umsatzes auf mehr als 92 Milliarden Dollar. Der Unternehmenswert wurde mit rund 5,2 Billionen Dollar angegeben – ein deutlicher Kontrast zwischen Aktienmarkt-Euphorie und Kreditmarkt-Vorsicht.

Worauf Anleger als Nächstes achten

Patrick Perret-Green von PPG Macro bezeichnete die CDS-Preise angesichts der scheinbaren Branchenstärke als bemerkenswert. Amish Patel von Raymond James sieht darin eine stärkere Prüfung von Nvidias wachsender Rolle bei der Finanzierung des KI-Ökosystems. Nvidia erwägt zudem eine Beteiligung an Perplexity, das laut The Information mit 30 Milliarden Dollar bewertet wird.

Steigende CDS bedeuten nicht, dass ein unmittelbarer Zahlungsausfall Nvidias erwartet wird. Auch Absicherung und eine neue Risikobewertung können die Preise treiben. Verändert hat sich vor allem das Ausmaß von Nvidias finanzieller Rolle im KI-Ausbau. Anleger beobachten deshalb künftig neben Chipnachfrage und Umsatz auch Verschuldung, Garantien, Gegenparteien und mögliche Verstärkungseffekte bei einer Abschwächung des Investitionszyklus.

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