Die virale Behauptung braucht eine wichtige Unterscheidung
Im Jahr 2026 verbreitete sich die Behauptung, Google habe alle Nutzer automatisch dafür freigeschaltet, dass KI private Gmail- und Chat-Nachrichten durchsucht. Die Datenschutzsorge ist nachvollziehbar, doch die Aussage ist zu pauschal. Google erklärte Snopes, die Nutzereinstellungen nicht kürzlich geändert zu haben; außerdem sei es irreführend zu behaupten, Nutzer-E-Mails würden zum Training des zugrunde liegenden generativen Gemini-Modells verwendet.
- Die virale Behauptung braucht eine wichtige Unterscheidung
- KI-Verarbeitung in Gmail ist nicht völlig neu
- Google trennt die Kontrolle in drei Einstellungen
- Abschalten ist möglich, verändert aber Funktionen
- Inhalte verarbeiten ist nicht dasselbe wie Modelltraining
- Deep Research ist eine separate Verbindung
KI-Verarbeitung in Gmail ist nicht völlig neu
Google-Dienste verarbeiten seit Jahren bestimmte Kontoinhalte, wenn Nutzer Funktionen aktivieren, die diese Verarbeitung benötigen. Zu den langjährigen Gmail-Smart-Funktionen gehören Smart Compose, Smart Reply, automatische Posteingangskategorien und Zusammenfassungskarten; Anleitungen zum Abschalten gab es bereits 2020. Später erweiterte Google Workspace um generative KI, sodass Gemini bei passenden Einstellungen Inhalte zusammenfassen, Entwürfe erstellen und Informationen finden kann.
Google trennt die Kontrolle in drei Einstellungen
Googles aktuelle Hilfe unterscheidet drei Kontrollen. „Smart features in Gmail, Chat, and Meet“ regelt die Datennutzung innerhalb dieser Dienste. „Smart features in Google Workspace“ steuert die Nutzung über Workspace-Produkte hinweg, einschließlich personalisierter Suche und Gemini-Funktionen für Zusammenfassungen, Entwürfe und Informationssuche. „Smart features in other Google products“ kann Workspace-Daten für bestimmte Erlebnisse in Maps, Wallet, Gemini und Search freigeben.
Abschalten ist möglich, verändert aber Funktionen
Am Computer lassen sich die Kontrollen über Gmail > Settings > See all settings > General prüfen; umfassendere Workspace-Einstellungen liegen unter „Manage Workspace smart feature settings“. Entsprechende Optionen gibt es auch auf Android, iPhone und iPad, manche erfordern jedoch einen Browser. Änderungen gelten für Geräte und Apps mit demselben Konto; beim Abschalten verschwinden auch abhängige Funktionen wie automatische Kategorien, Smart Compose, Smart Reply, Zusammenfassungskarten und Teile der produktübergreifenden Personalisierung.
Inhalte verarbeiten ist nicht dasselbe wie Modelltraining
Die Workspace-Datenschutzunterlagen unterscheiden zwischen der Verarbeitung relevanter Inhalte zur Bereitstellung einer angeforderten Funktion und dem Training des zugrunde liegenden generativen Modells. Google sagt, Workspace-Inhalte würden ohne Erlaubnis nicht zum Training oder zur Verbesserung der grundlegenden generativen KI- und Sprachmodelle genutzt, die Gemini und andere Systeme außerhalb von Workspace antreiben. Innerhalb von Workspace kann Gemini jedoch relevante Inhalte zur Beantwortung einer Anfrage verarbeiten; bei aktivierten Smart-Funktionen können Inhalte und Aktivitäten auch zur Verbesserung dieser Funktionen dienen.
Deep Research ist eine separate Verbindung
Snopes verweist außerdem auf Gemini Deep Research. Google erweiterte es im November 2025, sodass Gmail, Docs, Drive und Chat verbunden und private Workspace-Informationen mit öffentlicher Webrecherche kombiniert werden können. Diese Verbindung ist von den langjährigen Gmail-Kontrollen getrennt und wird vom Nutzer gewählt. Wer Datenschutzbedenken hat, sollte daher jede Smart-Einstellung und aktivierte Gemini-Verbindung prüfen; das Abschalten einer Kontrolle deaktiviert nicht zwingend alle KI-Funktionen des Kontos.







