Kann sich der Epic Games Store erholen? Epic widerspricht mit Rekorddaten

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Der Epic Games Store steht vor einem umfassenden Umbau, während weiter darüber diskutiert wird, ob Epic den über Jahre gefestigten Vorsprung von Steam im Vertrieb von PC-Spielen spürbar verkleinern kann. Emmanuel Rosier, Director of Market Intelligence bei Newzoo, sagte gegenüber PC Gamer, er sehe keinen offensichtlichen Weg, wie Epic die Lage grundlegend drehen könne. Steam sei inzwischen tief in den Gewohnheiten von PC-Spielern verankert.

Epic baut seinen Launcher von Grund auf neu. Das Projekt soll langjährige Beschwerden über Reaktionsgeschwindigkeit und Startleistung beheben. In einem Update vom Juni hieß es, der neu entwickelte Launcher könne im Durchschnitt ungefähr fünfmal schneller starten. Zusätzlich sind personalisierte Spielempfehlungen, schneller erreichbare Kategorien und direkt in die Shop-Seiten integrierte Patch Notes geplant.

Steams Vorteil geht weit über die Geschwindigkeit des Launchers hinaus

Steam hat über viele Jahre Spielebibliotheken, Freundeslisten, Communities, Nutzerbewertungen, Workshop-Inhalte, Erfolge und feste Kaufgewohnheiten aufgebaut. Wer dort bereits Hunderte Spiele besitzt, müsste seine Bibliothek und soziale Aktivität aufteilen, wenn er über einen anderen Launcher kauft. Rosier zufolge ist dieser Netzwerkeffekt nur schwer zu überwinden, selbst wenn ein Konkurrent kostenlose Spiele oder attraktivere Bedingungen für Entwickler anbietet.

Das Gratisprogramm ist eine der sichtbarsten Strategien von Epic zur Nutzergewinnung. Rosier zufolge könnten sich manche Nutzer hauptsächlich anmelden, um kostenlose Titel einzusammeln, ohne anschließend regelmäßig zu spielen oder Geld auszugeben.

Epic kämpft gleichzeitig an mehreren Fronten

Epic konkurriert mit Steam, setzt sich aber zugleich mit Apple und Google über Regeln mobiler App-Stores und Zahlungssysteme auseinander. Gleichzeitig investiert das Unternehmen stark in Fortnite, Unreal Engine und sein Creator-Ökosystem. Rosier vermutet, dass der Versuch, an all diesen Fronten gleichzeitig zu gewinnen, Aufmerksamkeit und Ressourcen zu stark verteilt haben könnte.

Bei Fortnite fällt seine Einschätzung positiver aus. Das Spiel hat sich weit über Battle Royale hinaus entwickelt und setzt zunehmend auf Kooperationen, von Creatorn entwickelte Erlebnisse und lizenzierte Figuren.

Epic und Newzoo lieferten wichtigen zusätzlichen Kontext

PC Gamer aktualisierte den Bericht am 23. August, nachdem Martin Keely, Vice President und General Manager des Epic Games Store, Rosiers Einschätzung widersprochen hatte. Keely erklärte, Spieler hätten 2025 eine Rekordmarke von 2,78 Milliarden Stunden mit Spielen von Drittanbietern im Epic Games Store verbracht. Gleichzeitig seien die Ausgaben für PC-Spiele von Drittanbietern um 57% auf den historischen Höchstwert von 400 Millionen US-Dollar gestiegen. Der verbesserte Launcher im Jahr 2026 werde diese Dynamik seiner Ansicht nach weiter beschleunigen.

Auch Newzoo veröffentlichte eine Klarstellung. Die Äußerungen über den Epic Games Store seien weder durch Newzoo-Daten noch durch eine Analyse des Unternehmens gestützt worden und hätten relevante öffentlich verfügbare Belege nicht berücksichtigt. Sie sollten deshalb nicht als Markteinschätzung von Newzoo verstanden werden.

Der eigentliche Test ist die Veränderung der Kaufgewohnheiten

Der Streit zeigt zwei unterschiedliche Möglichkeiten, den Zustand eines digitalen Stores zu bewerten. Epic kann auf steigende Ausgaben für Drittanbieter-Spiele, Milliarden Spielstunden und fortlaufende Investitionen in die Launcher-Leistung verweisen. Kritiker können dagegen Steams tief verankertes Ökosystem und die Schwierigkeit anführen, Nutzer dazu zu bewegen, Bibliotheken und soziale Aktivitäten auf mehrere PC-Plattformen aufzuteilen.

Der kommende Launcher und die Änderungen am Store sind deshalb mehr als eine optische Neugestaltung. Schnellere Starts, bessere Empfehlungen, klarere Kategorien und integrierte Patch-Informationen beheben praktische Schwächen, die Nutzer seit Jahren kritisieren. Schwieriger ist es, genügend Komfort, Entdeckungsmöglichkeiten, Community-Nutzen und Vertrauen beim Kauf zu schaffen, damit Spieler Epic wählen, obwohl dasselbe Spiel auch auf Steam erhältlich ist.

Fortnite könnte für diese Strategie zentral bleiben, weil es Epic einen enormen direkten Kontakt zu Verbrauchern bietet, der nicht von der klassischen Konkurrenz zwischen Spiele-Stores abhängt. Langfristig geht es darum, ob Epic Store, Fortnite, Unreal Engine und Creator-Ökosystem zu einem dauerhaft tragfähigen Plattformgeschäft verbinden kann.

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