Das deutsche Quantencomputing-Startup Saxon Q hat eine neue Generation diamantbasierter Quantensysteme vorgestellt, die bei Raumtemperatur arbeiten können.
Die Technologie verwendet Stickstoff-Fehlstellen-Zentren, sogenannte NV-Zentren, in synthetischen Diamanten als Qubits.
Defekte im Diamanten werden zu Qubits
NV-Zentren sind mikroskopische Unregelmäßigkeiten im Kristallgitter eines Diamanten.
Sie können Quanteneigenschaften aufweisen und dadurch als Qubits genutzt werden.
Ein wesentlicher Vorteil ist der Betrieb bei Raumtemperatur.
Bis zu 128 Qubits
Saxon Q gibt an, technische Fortschritte erzielt zu haben, um die bisher schwierige Skalierung von NV-Systemen zu verbessern.
Der SXQ128 bietet bis zu 128 Qubits und kann bereits bestellt werden.
Der größere SXQ512 soll ab dem zweiten Quartal 2027 verfügbar sein.
Keine kryogene Kühlung
Die Systeme arbeiten laut Saxon Q bei etwa 18 bis 27 °C.
Damit werden keine Verdünnungskühlschränke oder vergleichbare kryogene Anlagen benötigt.
Auch eine normale 230-Volt-Stromversorgung reicht aus.
Quantencomputing am Edge
Saxon Q sieht Anwendungen in Robotik, Fahrzeugen, Luft- und Raumfahrt sowie Edge AI.
Quantenbeschleuniger könnten dadurch direkt neben klassischer Computerhardware eingesetzt werden.
Mehr als 10.000 Qubits geplant
Für die Zeit nach 2030 plant das Unternehmen einen integrierbaren Chip mit mehr als 10.000 Qubits.
Dafür sind allerdings noch erhebliche Fortschritte bei Fertigung, Steuerung, Konnektivität und Zuverlässigkeit erforderlich.
Unabhängige Überprüfung bleibt entscheidend
Die Anzahl der Qubits allein sagt wenig über den praktischen Nutzen eines Quantencomputers aus.
Auch Fidelity, Fehlerraten, Kohärenz, Konnektivität und die Fähigkeit zur Ausführung nützlicher Algorithmen sind entscheidend.
Live Science weist darauf hin, dass noch nicht eindeutig geklärt ist, wie die Systeme von Saxon Q im direkten Vergleich mit anderen Quantenplattformen abschneiden.








