Galaxy Z Flip 8 bringt rund 50 Apps auf das Außendisplay – die Nutzererfahrung ist aber noch nicht perfekt
Samsung hat das FlexWindow des Galaxy Z Flip 8 deutlich überarbeitet und ermöglicht erstmals die Nutzung einer wesentlich größeren Anzahl von Apps auf dem Außendisplay. Frühere Modelle der Galaxy-Z-Flip-Reihe wurden häufig dafür kritisiert, dass sie zwar über ein großes Cover-Display verfügten, dieses jedoch nur eine sehr begrenzte Zahl an Anwendungen unterstützte.
- FlexWindow erhält einen komplett neuen Startbildschirm
- Now Nudge muss wirklich relevante Informationen liefern
- Neuer App Drawer für Samsung-Apps
- Labs unterstützt jetzt rund 50 Apps
- Nicht jede Android-App ist für kleine Displays entwickelt
- Gemini ist noch nicht vollständig optimiert
- Neue Recents-Seite erleichtert den App-Wechsel
- Gegenüber einigen Konkurrenten besteht weiterhin Nachholbedarf
Mit der neuen Generation führt Samsung einen eigenen App Drawer ein und erweitert den Bereich Labs, sodass nun rund 50 Apps auf dem FlexWindow genutzt werden können. Zu den unterstützten Anwendungen gehören unter anderem YouTube und Google Messages.
Zusätzlich erhält das Galaxy Z Flip 8 eine neue Recents-Ansicht, mit der sich zuletzt geöffnete Apps schneller wieder aufrufen lassen. Erste Tests zeigen jedoch, dass die Software noch nicht vollständig ausgereift ist. Besonders Geminiweist derzeit Probleme auf: Die Bildschirmtastatur öffnet sich mehrfach hintereinander und Prompts lassen sich teilweise nicht korrekt eingeben.




FlexWindow erhält einen komplett neuen Startbildschirm
Samsung hat den Startbildschirm des FlexWindow vollständig neu gestaltet, um das Außendisplay im Alltag deutlich nützlicher zu machen.
Die neue Oberfläche unterstützt anpassbare Panels sowie zahlreiche Widgets, sodass Nutzer den Bildschirm individuell konfigurieren können.
Im Mittelpunkt befindet sich ein Widget, das an Google At a Glance erinnert. Es zeigt Kalendertermine sowie kontextbezogene Empfehlungen über Now Nudge an.
Dadurch entwickelt sich das Außendisplay von einer einfachen Benachrichtigungsanzeige zu einer praktischen Informationszentrale, über die sich wichtige Inhalte abrufen lassen, ohne das Smartphone aufklappen zu müssen.
Now Nudge muss wirklich relevante Informationen liefern
Das kontextbasierte Empfehlungssystem Now Nudge entfaltet seinen Nutzen nur dann, wenn es dem Nutzer im richtigen Moment tatsächlich relevante Informationen präsentiert.
Reiseinformationen, Termine, Erinnerungen oder Aufgabenlisten können den Alltag deutlich erleichtern und unnötiges Aufklappen des Smartphones vermeiden.
Werden hingegen irrelevante Hinweise oder zu viele Benachrichtigungen angezeigt, besteht die Gefahr, dass Nutzer die Funktion deaktivieren und wieder auf klassische Widgets zurückgreifen.
Samsung muss deshalb seine Algorithmen weiter verbessern und gleichzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten gewährleisten.
Neuer App Drawer für Samsung-Apps
Eine der wichtigsten Neuerungen ist der integrierte App Drawer für kompatible Samsung-Anwendungen auf dem FlexWindow.
Dadurch müssen Nutzer nicht länger mehrere Widgets oder versteckte Menüs durchlaufen, sondern können Apps direkt aus einer übersichtlichen Liste starten – ähnlich wie auf dem Hauptdisplay.
Mit diesem Schritt erkennt Samsung an, dass Nutzer das Außendisplay nicht nur zum Anzeigen der Uhrzeit, von Benachrichtigungen oder zur Musiksteuerung verwenden möchten, sondern echte Apps direkt darauf nutzen wollen.
Labs unterstützt jetzt rund 50 Apps
Samsung hat den Bereich Labs deutlich erweitert und erlaubt nun die Nutzung von rund 50 Drittanbieter-Apps auf dem FlexWindow.
Zu den kompatiblen Anwendungen zählen YouTube, Google Messages sowie zahlreiche weitere beliebte Android-Apps. Gegenüber früheren Galaxy-Z-Flip-Modellen stellt dies einen deutlichen Fortschritt dar.
Die Bezeichnung Labs macht jedoch deutlich, dass sich die Funktion weiterhin in einer experimentellen Phase befindet.
Einige Anwendungen zeigen noch zu kleine Bedienelemente, fehlerhafte Layouts oder Funktionen, die auf dem kleinen Außendisplay nicht zuverlässig arbeiten.
Nicht jede Android-App ist für kleine Displays entwickelt
Die meisten Android-Apps wurden ursprünglich für normale Smartphone-Displays entwickelt und nicht speziell für kompakte Außendisplays.
Dadurch können Texte und Schaltflächen auf dem FlexWindow zu klein dargestellt werden, was die Bedienung erschwert.
Langfristig müssen Entwickler Adaptive Layouts oder spezielle Oberflächen für den Cover Screen bereitstellen, um eine komfortable Nutzung auf kleinen Displays zu ermöglichen.
Samsung kann zwar das Starten von Apps auf dem Außendisplay erlauben, die Qualität der Nutzung hängt jedoch letztlich von der Optimierung durch die jeweiligen Entwickler ab.
Gemini ist noch nicht vollständig optimiert
Laut Tests von 9to5Google arbeitet Gemini auf dem Außendisplay des Galaxy Z Flip 8 derzeit noch nicht zuverlässig.
Die Bildschirmtastatur erscheint wiederholt und verhindert teilweise die normale Eingabe von Prompts.
Dieses Problem fällt besonders ins Gewicht, da Samsung und Google Gemini Intelligence als eines der wichtigsten KI-Highlights des Galaxy Z Flip 8 bewerben.
Müssen Nutzer das Smartphone dennoch jedes Mal aufklappen, um KI-Funktionen zu verwenden, verliert das FlexWindow einen großen Teil seines praktischen Nutzens – insbesondere bei schnellen Aufgaben wie dem Zusammenfassen von Texten, dem Beantworten von Nachrichten oder der Informationssuche.
Zwar lassen sich solche Fehler wahrscheinlich per Software-Update beheben, dennoch sollte Samsung zentrale Funktionen möglichst vor einer breiten Markteinführung vollständig optimieren.
Neue Recents-Seite erleichtert den App-Wechsel
Mit dem Galaxy Z Flip 8 führt Samsung außerdem eine spezielle Recents-Ansicht für das FlexWindow ein.
Dadurch können Nutzer schnell zu kürzlich verwendeten Apps zurückkehren, ohne jedes Mal erneut den App Drawer öffnen zu müssen.
Vor allem beim Wechsel zwischen Google Messages, Google Maps, Musik-Apps und der Kamera sorgt diese Funktion für einen flüssigeren Arbeitsablauf.
Ebenso wichtig ist ein nahtloser Übergang zwischen Außendisplay und Hauptdisplay. Beim Aufklappen des Smartphones sollten Apps ohne Neustart und ohne Datenverlust weiterlaufen.
Gegenüber einigen Konkurrenten besteht weiterhin Nachholbedarf
Trotz der deutlichen Verbesserungen liegt Samsung in einigen Bereichen weiterhin hinter der Konkurrenz.
Faltbare Smartphones von Motorola und anderen Android-Herstellern ermöglichen bereits seit mehreren Generationen die Nutzung einer deutlich größeren Zahl von Apps auf dem Außendisplay.
Samsung setzte bislang auf einen stärker kontrollierten Ansatz, um die Softwarequalität sicherzustellen. Gleichzeitig wurde dadurch jedoch das Potenzial des FlexWindow eingeschränkt.
Die Unterstützung von rund 50 Apps ist zweifellos ein wichtiger Fortschritt, reicht jedoch noch nicht an eine nahezu uneingeschränkte Nutzung sämtlicher Android-Anwendungen heran.
Das Galaxy Z Flip 8 startet in den USA zu einem Preis ab 1.199 US-Dollar. In dieser Preisklasse erwarten Käufer zu Recht, dass sowohl das Hauptdisplay als auch das Außendisplay ein vollständig ausgereiftes Nutzungserlebnis bieten. Samsung hat einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht, doch weitere Software-Optimierungen werden notwendig sein, damit das FlexWindow sein volles Potenzial ausschöpfen kann.







